Stichbahn nach Neu Isenburg (Stadt)

Die 1903 gebaute Stichbahn, welche im Stadtgebiet den Charakter eines Industrie-Stammgleises hat, verband den an der Main-Neckar-Bahn gelegenen Bahnhof Neu Isenburg mit dem mittlerweile aufgelassenen Güterbahnhof Neu Isenburg (Stadt). Ziel war es, den im Süden der Stadt gelegenen Industriebetrieben einen Zugang zum Eisenbahnnetz zu ermöglichen und somit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt weiter zu fördern. Auch nach der Einstellung des Betriebs seit dem Jahresende 2003, wird die Trasse bis heute von der Stadt Neu-Isenburg, der Eigentümerin der Stecke, für die geplante Regionaltangente West freigehalten.

Foto: Andreas Christopher

Die BfB Verwertungsstelle

An der Südseite der Schleussnerstraße gelegen, prägt der rote Ziegelbau der Verwertungsstelle seit den zwanziger Jahren das Stadtbild von Neu-Isenburg. Das zu Anfang kurze Zeit von der Firma Jung, einem Hersteller der bekannten Frankfurter Würstchen, genutzte Gebäude mit seinen markanten Halbsäulen und dem zentralen Torbogen wurden bereits 1921, zeitgleich mit der Errichtung des Gleisanschlusses von der damaligen Reichsmonopolverwaltung für Branntwein übernommen. Als einer der ersten Kunden der Verbindungsbahn nach Neu-Isenburg Stadt war der Bundesbetrieb über viele Jahre ein bedeutender Arbeitgeber in der Stadt.

Die Lederwerke AG

Die Neu-Isenburger Leder Aktiengesellschaft gehörte zu den 1868 gegründeten Marcus Blaut Lederfabriken, einem Unternehmen mit Geschäftssitz in Frankfurt am Main und weiteren Zweigbetrieben in Elmshorn und Neckargemünd. Das Hauptgebäude mit dem markanten Doppelschornstein über dem Torbogen, direkt an der heutigen Schleussnerstraße gelegen, prägte über viele Jahr die westliche Einfahrt in die Hugenottenstadt. In dem Werk wurden ab den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts Schuh- und Stiefelleder hergestellt, deren Verarbeitung durch Grubengerbung mit Eichenlohe erfolgte. Die großen Hallen beherbergten die für diesen Prozess benötigten Gruben, in denen das Leder teils über Monate lagerte. Einen beispielhaften Überblick darüber, wie es in den Hallen ausgesehen haben mag, bietet diese Seite: Lederfabrik Hammann.